Aus allen Materialien, die im Besitz der Sonderkommission sind [...] erfolgt unbestreitbar folgendes:
1.Kriegsgefangene - Polen, die in drei Lagern in Richtung Westen von Smolensk eingesperrt waren und die vor dem Ausbruch des [deutsch-sowjetischen] Krieges für Straßenarbeiten eingestellt wurden, und waren dort - nach dem Eintritt deutscher Okkupanten nach Smolensk - bis einschlieβlich September 1941.
2.Die deutschen Okkupanten haben Massenerschießungen an polnischen Kriegsgefangenen aus oben erwähnten Lagern im Herbst 1941 vorgenommen;
3.[...]
4.In Bezug auf die Verschlechterung der allgemeinen politischen und militärischen Situation am Anfang des Jahres 1943, hat die deutsche Okkupationsmacht eine Reihe Maßnahmen unternommen, um ihre Verbrechen den Organen der Sowjetregierung zuzuschreiben, was die Entzweiung zwischen Russen und Polen zur Folge hätte;
5.Zu diesem Zwecke:
a) mit Hilfe von Zureden, Bestechungsversuche, Bedrohung und grausamer Misshandlungen bemühten sich die deutschen Naziangreifer unter russischen Buergern „Zeugen" zu finden, die falsche Zeugnisse davon ablegen würden, dass die polnischen Kriegsgefangenen auf Befehl der Organe der Sowjetregierung im Frühling 1940 erschossen worden sind;
b) Die deutsche Okkupationsmacht häuften die Leichen der erschossenen polnischen Kriegsgefangenen an und warfen sie in die ausgegrabenen Gräber im Wald von Katyn hinein, um die Spuren ihrer eigenen Verbrechen zu verwischen und zugleich die Zahl der „Opfer bolschewistischer Bestialitäten" im Wald von Katyn zu erhöhen;
[...]
8.Durch Erschießungen polnischer Kriegsgefangener im Wald von Katyn wollten die deutschen Naziangreifer ihre Politik der Vernichtung slawischer Völker konsequent realisieren [...]
den 24. Januar 1944
Die polnische Sache im zweiten Weltkrieg auf der internationalen Bühne. Dokumentensammlung, Warschau 1965