Besuchen Sie den Minister für das Auswärtige und, sich auf die Anweisung berufend, erklären Sie, was folgen soll.
Die Aufmerksamkeit der Regierung von Großbritannien wurde schon darauf gerichtet, dass in England immer wieder versucht wird, eine politische Kampagne gegen die Sowjetunion für die so genannte „Sache von Katyn', die trotz der Goebbels -Propaganda schon längst entlarvt wurde, zu entfachen. In dem Protestbrief des Ministeriums für das Auswärtige der UdSSR gerichtet an die Regierung von Großbritannien eingereicht in die Botschaft von Großbritannien in Moskau am 13. September 1972 wurde betont, dass das in gewissen Kreisen zu unterstützende Projekt, das „Denkmal" der Opfer von Katyn zu errichten, völlig verständliche Empörung in der Sowjetunion hervorruft.
[...] Besonders empörend ist der Charakter der Inschrift, die - so viel wie wir wissen - schon für das oben erwähnte Denkmal Genehmigung bekommen hat. Auf eine ordinäre Weise verdreht sie die historischen Fakten über die wirklichen Schuldigen der Tragödie von Katyn und in der Tat reproduzieren die gemeinen Erdichtungen, die während des zweiten Weltkrieges von den Nazis produziert wurden, um die der ganzen Welt bekannten blutigen Gestapo-Verbrechen zu verheimlichen.
[...] Moskau erwartet, dass die englische Regierung bestimmte Schritte einleitet, um den Kampagnelauf gegen die Sowjetunion und Erstellung des „Denkmals" der Opfer von Katyn in London entgegen zu wirken [...].
Moskau, März 1973
Katyn. Dokumente über das Völkermord und Archivmaterialien überwiesen Polen am 14. Oktober 1992, bearb. Von E. Wosik, Warschau 1992, S. 109-111.