8 April 1940
[...] Transporte wurden seit den ersten Tagen des Aprils gesendet, am Anfang nicht große. [...] Gestern wurde eine Gruppe Oberoffiziere abtransportiert, darunter: 20-25 Stabsoffiziere und so viele Bataillonsführer. Nach ihrer Behandlungsweise , waren wir positiv eingestellt. Heute bin ich dran. [...] Auf dem Bahnhof wurden wir in die Gefängniswagen unter schärfster Bewachung hinein gepfercht. In der Zelle (die ich zum ersten Mal sehe) sind wir dreizehn Männer. Meine Unglücksgenossen und ich kennen uns noch nicht. Jetzt warten wir auf die Abfahrt. Obwohl ich am Anfang positiv eingestellt war, so spüre ich doch jetzt, dass diese Reise nichts Gutes mit sich bringt. [...]. Wir sind geduldig. Wir fahren in Richtung Smolensk. Es ist sonnig und die Felder sind noch reichlich verschneit.
9 April 1940
Es ist schwer zu entscheiden, in welcher Richtung wir fahren. [...] Ich befürchte aber, dass wir nach Norden oder Nord-Osten fahren - nach den sich ändernden Wetterbedingungen. [...] Gestern morgens eine Portion Brot und Zucker im Essensträger mit gekochtem Kaltwasser. Es kommt Mittag aber wir werden Nichts zu essen bekommen. Die Behandlungsweise wurde auch ordinärer. Uns wird nichts erlaubt. Zur Toilette darf man nur nach dem Belieben der Wärter; ob man schreit oder bittet - alles Vergebens. [...]
Es dämmert, wir sind schon an Smolensk vorbei und erst nach Gniezdowo hin. Es scheint, als ob wir hier auszuladen wären - so viele Soldaten gibt es hier. Im Grunde genommen haben wir eigentlich Nichts zu essen bekommen. Das gestrige Frühstück - eine Portion Brot und nicht viel Wasser war die einzige Nahrung. [hier bricht die Notiz plötzlich ab]
Katyn. Berichte, Erinnerungen, Publizistik, bearb. Von A.L. Szcześniak, Warschau 1989